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Geräte: C-Einsatz

Bei einem C-Einsatz geht es um das Abwehren von chemischen Gefahren.
Hierzu gehören das Abdichten von leckgeschlagenen Behältern, das Aufnehmen von auslaufenden Stoffen und die Identifikation von vorhandenen Stoffen.
Die Stoffe können fest, flüssig, pulverförmig oder gasförmig sein.

Mehrgas-Messgerät

Mit diesem Gerät kann der Trupp den CO, H2S und OXY Gehalt in der Luft kontinuierlich messen.
Außerdem kann es die untere Explosionsgrenze feststellen. Wenn einer der Werte den Grenzbereich betritt warnt das Gerät den Trupp durch Blinken und einen sehr lauten Warnton.


Spürkoffer mit Gefahrstoff-Messröhrchen

Mit diesen Mess-, bzw. Prüfröhrchen kann das Vorhandensein und je nach Gefahrstoff auch die Menge eines Stoffes in der Umgebungsluft festgestellt werden.
Das Röhrchen wird dazu an beiden Enden aufgebrochen und auf eine Handpumpe gesteckt, mit der die Umgebungsluft durch das Röhrchen gesaugt wird.
In dem Röhrchen ist eine spezielle Chemikalie, je nach zu messendem Gefahrstoff, die sich beim Kontakt mit dem Gefahrstoff verfärbt.
Im Vergleich zu unseren Gasmessgeräten kann mit den Röhrchen eine Vielzahl von Gefahrstoffen gemessen werden, allerdings ist dafür keine kontinuierliche Messung möglich, sondern man erhält immer nur einen Messwert pro Röhrchen und Messung.
Die Handpumpe und eine Auswahl der wichtigsten Messröhrchen werden im "Erkundungskorb" mit in den Einsatz genommen.
Für Messungen in Schächten und Rohren kann eine zusätzliche Messonde für die Handpumpe vorgenommen werden.


"Erkundungskorb"

In diesem ehemaligen "Erdbeerpflücker-Körbchen" sind alle wichtigen Gerätschaften für eine erste Erkundung von austretenden Gefahrstoffen einsatzbereit zusammengestellt:

  • Accuro Gasspürpumpe, Fa. Dräger (Handpumpe für Prüfröhrchen)
  • sechs verschiedene Prüfröhrchen, werden je nach Lage durch andere Röhrchen ergänzt
  • Röhrchen-Adapter, zur gleichzeitigen Messung von 5 Röhrchen (Rauchgas)
  • Lackmus-Papier zum Identifizieren von Säuren und Laugen (verfärbt sich beim Kontakt mit sauren oder alkalischen Lösungen)
  • Spürleitfaden zum Einsatz der Prüfröhrchen
  • Weitere Aurüstung je nach Einsatzlage


Schutzanzüge

Der Chemikalienschutzanzug ist ein Anzug, welcher den Träger hermetisch gegen Gefahrstoffe abschirmt. Der gas- und flüssigkeitsdichte Anzug wird über einen Reißverschluss an der Seite betreten und wieder verlassen.
Im Anzug wird ein umluftunabhängiges Atemschutzgerät getragen. Während des Tragens bildet sich im Anzug ein leichter Überdruck, welcher bei kleinsten Leckagen dafür sorgt, dass die Gefahrstoffe nicht in den Anzug eindringen können. Da dieser Überdruck durch die Ausatemluft des Trägers hervorgerufen wird, entsteht binnen kurzer Zeit ein warmes, feuchtes Klima im Anzug. Dieses erreicht schnell unangenehme Ausmaße und stellt neben dem eingeschränkten Sichtfeld und der verminderten Tastfähigkeit eine zusätzliche Belastung für den Träger besonders in den Sommermonaten dar.
Die Einsatzzeit ist in der Regel auf 15-20min begrenzt, da für die Dekontamination ebenfalls Zeit eingeplant werden muss. Die tatsächliche Einsatzzeit hängt natürlich stark von äußeren Einflüssen wie Sonneneinstrahlung, Temperatur sowie der Kondition des Trägers ab.

Da der Anzug die Kommunikationsmöglichkeit stark einschränkt, müssen sich die vorgehenden Einsatzkräfte mittels Funkgeräten verständigen. Hierzu ist ein Headset an der Atemschutzmaske befestigt, welches mit einem normalen 2m Funkgerät gekoppelt ist. Als Sprechtaste dient ein großer Taster, welcher mit der Hand von außen durch den Anzug hindurch gedrückt werden kann.

Eine weitere Besonderheit der von uns verwendeten Anzüge stellt die außenliegende Zusatzluftversorgung dar, welche dem Träger als zusätzliche Reserve dient, sobald die Flasche de Atemschutzgeräts zur Neige geht. Sie wird jedoch nur verwendet, wenn eine längere Zeitspanne zu überbrücken ist, z. B. die Einwirkzeit eines Dekontaminationsmittels. Über diese Außenluftversorgung kann auch die sogenannte Anzugbelüftung mit Luft versorgt werden. Diese verschafft dem Träger ein angenehmeres Anzugklima und erleichtert die Wartezeit.

Des Weiteren verfügen die CSA über eine Art Gürtel, welcher dem Träger beim Anziehen umgelegt wird und mit Ösen außen am Anzug verbunden ist. Er dient z.B. dazu, einen verunfallten CSA-Träger aus dem Gefahrenbereich zu ziehen.


Abdichten und Auffangen

Um Löcher und Risse abdichten zu können, werden Holzkeile in runder und flacher Form die mit nicht funkenreißendem Werkzeug aus Bronze in den Behälter eingeschlagen werden eingesetzt.
Für kleine Löcher an Rohren gibt es ein Hochdruckdichtsystem.
Dieses besteht aus einem Schlauch der über das Loch gewickelt wird und dann mit Druckluft gefüllt wird.
Weiterhin kann für kleine Leckagen bis ca. 5 Bar Gegendruck ein chemikalienfestes Klebeband verwendet werden.

Um zu verhindern, dass Flüssigkeiten in Bodenabläufe laufen gibt es einen Abdichtsack, welcher auf den Gully gestellt wird und anschließend mit Sand oder Wasser befühlt wird.

Für das Auffangen kann entweder eine Wanne aus Edelstahl und eine aufblasbare Wanne aus Kunststoff eingesetzt werden, die auch für die Grobdekontamination eingesetzt werden kann.
In die Wannen kann der leckgeschlagene Behälter reingestellt werden oder die Wanne wird unter die Leckage geschoben.