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Geräte: Dekontamination

Schutzanzüge

Der Dekontaminationsschutzanzug soll die Person, die die Dekontamination und Auskleidung des CSA-Trägers übernimmt vor Resten des gefährlichen Stoffes schützen.
Der Anzug besteht aus einer flüssigkeitsdichten Oberfläche. Zu diesem Anzug werden lange Sicherheitsgummistiefel, eine Atemschutzmaske mit Filter oder Umluft unabhängigen Atemschutzgerät, Chemikalienschutzhandschuhe und der Feuerwehrhelm getragen.
Zur Dekontamination wird kaltes Wasser und ggf. ein Netzmittel oder Desinfektionsmittel verwendet. Unterstützt wird der Dekontaminationsvorgang mit einer handelsüblichen groben Bürste zum Abtragen von gefährlichen Stoffen.


Dekontamination von Personen

Nach jedem Gefahrguteinsatz ist es erforderlich, die eingesetzten Einsatzkräfte und Geräte vor dem Verlassen des Gefahrenbereichs zu „dekontaminieren“. Unter Dekontamination versteht man das Entfernen von Gefahrstoffen und Verunreinigungen von einer Oberfläche.

Dies ist notwendig, da sich im Laufe des Einsatzes z.B. ausgetretene Flüssigkeiten, Stäube, Feststoffe o.ä. an den Einsatzkräften oder Geräten anhaften/ablagern können. Dies geschieht z. B. dadurch, dass ein CSA-Träger in eine Lache tritt, der Gefahrstoff beim Abdichten eines Lecks umherspritzt oder der Träger bereits kontaminiertes Material berührt.

Man unterteilt bei Gefahrguteinsätzen grundsätzlich in den gefährlichen, weil verschmutzten, Schwarzbereich und den sauberen Weißbereich. Eine Dekontaminationsstelle wird immer so aufgebaut, dass der Wind vom Weißbereich in den Schwarzbereich weht, um eine Forttragung des Gefahrstoffes zu verhindern. Alles was den Gefahrenbereich verlässt, muss zwingend die Dekontaminationsstelle durchlaufen. Dies ist auch eindeutig mit Absperrband gekennzeichnet.

Die Gefahrguterkundung Amt Itzstedt hat zur Dekontamination ihrer Einsatzkräfte eine sogenannte Dekon-Dusche beschafft. Diese wird mit Druckluft aus einer Flasche aufgeblasen und ist somit innerhalb weniger Minuten einsatzbereit. Mithilfe einiger Düsen, die in einem Bogen um die Haut des Zeltes gespannt sind, kann die zu dekontaminierende Person oder das Gerät abgespült werden. Die ablaufende Flüssigkeit wird im Boden der Dusche gesammelt und kann später fachgerecht entsorgt werden.

Wir sind in der Lage, mit dem auf dem Fahrzeug mitgeführten Material eine Dekontamination der Stufe II durchzuführen. Die Stufe II stellt den Standard der Dekontamination bei Einsätzen mit CSA (Chemikalienschutzanzügen) dar.

Ablauf der Personendekontamination

  • Die CSA-Träger betritt die Dekon-Dusche und wird gründlich von allen Seiten gereinigt, hierbei wird besonders auf die Reinigung der Handschuhe und Stiefel geachtet. Dieser Vorgang dauert ca. 2-3 Minuten, je nach Schwere der Kontamination. Bei einigen Gefahrstoffen, ist es erforderlich, ein spezielles Dekon-Mittel zu verwenden, um dieVerunreinigung vollständig zu entfernen. Hierbei ist die Einwirkzeit der verschiedenen Mittel zu beachten. z.B. ist bei der Dekontamination des Milzbrand-Erregers eine Dekontamination mit Formaldehyd und einer Einwirkzeit von 2 Stunden! vorzunehmen. Zu diesem Zweck haben wir vor einiger Zeit Chemikalienschutzanzüge mit einer zusätzlichen außenliegenden Luftversorgung beschafft, um die Luftversorgung des Trägers zu gewährleisten. Wie das genau funktioniert, lesen sie im Abschnitt C-Einsatz.

  • Nach der äußerlichen Dekontamination des Anzuges wird die Einsatzkraft aus dem Schutzanzug befreit. Hierbei darf keinesfalls Material von der Außenseite des Anzuges den Träger berühren. Um dies sicherzustellen wird der CSA-Träger zu zweit entkleidet. Dies geschieht durch regelrechtes „herausschälen“ des Trägers aus dem Anzug. Eine Person berührt dabei nur die Außenseite des Anzuges, eine zweite nur die Innenseite. Die Einsatzkraft berührt den Anzug dabei selbst nicht, sie steht quasi mit „erhobenen Händen“ da. Der Anzug wird daraufhin sofort verpackt und entweder der Entsorgung zugeführt oder nach nochmaliger maschineller Dekontamination und Reinigung wiederverwendet.

  • Nun kann der CSA-Träger eigenständig das Atemschutzgerät abnehmen und ist aus dem Einsatz entlassen.

Wenn es sich um einen besonders gefährlichen Stoff handelt, oder eine Vielzahl von Personen zu dekontaminieren ist, übernimmt der ABC-Zug Segeberg mit dem AB-Dekon (Abrollbehälter-Dekontamination) die Reinigung der Einsatzkräfte. Hier wird ebenfalls der Anzug von außen gereinigt und anschließend der Träger aus dem Anzug „geschält“. Nun hat dieser aber noch ein ganz besonderes Vergnügen: Er darf sich nach dieser Prozedur komplett entkleiden und im Container ausgiebig duschen. Danach wird er neue eingekleidet und ist aus dem Einsatz in den Weißbereich entlassen.


Dekontamination von Fahrzeugen

Sollte es einmal dazu kommen, dass Fahrzeuge einen kontaminierten Gefahrenbereich befahren müssen, bspw. um Materialien abzuholen, müssen natürlich auch diese Fahrzeuge dekontaminiert werden. Dieses geschieht mit einer sogenannten Fahrzeug-Dekontaminationsstelle. Im Prinzip kann man sich diese als übergroße Dekon-Dusche vorstellen, durch die auch ein Sattelschlepper fahren kann. Die herabfließende Flüssigkeit wird in einer großen Wanne aufgefangen und zur Verwertung abgepumpt.
Für eine Einrichtung einer solchen Dekonstelle ist eine enge Zusammenarbeit der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks notwendig.